Pixação Lecture – Basel

Gemeinsam mit dem Kollektiv Ardepixo veranstalten wir am 29. November 2018 eine Pixação Lecture in der Brasilea in Basel. Dabei teilen die Pixadores / Künstler Bruno Rodrigues und Fabio Vieira Pixo-Techniken und Erfahrungen von den aus den Quebradas un den Hochhausfassaden des Zentrums São Paulos. In ihrem Beitrag berichtet die Kriminologin Dr. Paula Larruscahim berichtet über strukturelle Gewalt und die Kriminalisierung urbaner Jugendkultur in Brasilien.

‘Schule ohne Schule’ auf dem Arabischen Filmfestival

Auf dem Arabischen Filmfestival in Tübingen präsentierten wir am 7. Oktober 2018 den, im Rahmen des gleichnamigen Projekt entstandenen Film ‘Schule ohne Schule’.
Gemeinsam mit jungen Menschen, mir denen wir bereits im Rahmen von Schule ohne Schule im öffentlichen Raum interveniert hatten, führten wir im Anschluss an die Kinovorführung eine Kunstaktion in der Tübinger Innenstadt durch. Passant*innen wurden dabei dazu eingeladen, mit Sprühdosen und Schablonen eigenen Text und Symbole auf einer Wand anzubringen. In der Diskussion um anzubringende Inhalte, wurden gemeinsame Anliegen deutlich – etwa die Solidarität mit der Ele Não-Kampagne gegen den extrem rechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro in Brasilien, oder die Forderung vielfältiger Beziehungsformen.

Gemeinsam die Hände dreckig machen

Diese Publikation öffnet den Blick für das Innenleben und die Geschichte von kollektiv orangotango. Teile davon sind dafür in gemeinschaftlicher Arbeit im Kollektiv entstanden. »Gemeinsam die Hände dreckig machen« gibt Einblicke in Aktionsforschungen zu urbanen Gärten und kritischen Karten zwischen Berlin und Medellín. Durch den Versuch, Praxis und Theorie zusammenzubringen, wird mit dieser Art der Forschung Wissenschaft in ein Werkzeug des Widerstands verwandelt. Severin Halder diskutiert u.a. im Dialog mit Eric Swyngedouw und Christa Müller die Erfahrungen und Erkenntnisse, die die Gartenbewegung, das Allmende-Kontor und das kollektiv orangotango gewonnen haben. Dabei wird ein kritisch-solidarischer Blick auf urbane Gärten und kollektive Kartierungen geworfen, auf ihre emanzipatorischen Potentiale – aber auch ihre Grenzen und Widersprüche.

www.dreckigehaende.de

Karte Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Kreuzberg 36

Die Karte über Aufwertungs-, Verdrängungs- und Widerstandsprozesse in Kreuzberg 36 wurde aktualisiert und hat dabei auch gleich noch ein neues Format erhalten.

Dabei zeigt sich, dass die Verdrängungs- und Aufwertungsprozesse in den letzten Jahren natürlich weiter vorangetrieben wurden. Jeden Tag werden Menschen in Berlin zwangsgeräumt oder müssen ihre Wohnung verlassen. Mit Kiezversammlungen und Protestaktionen organisiert und wehrt sich aber auch zunehmend eine solidarische Nachbarschaft gegen diese Prozesse. Und erfolgreicher Protest etwa gegen die Verdrängung von Kleingewerbe zeigt, dass sich Widerstand und Vernetzung lohnen.

Die Karte kann sowohl als Instrument für die sozial-räumliche Analyse von immobilienwirtschaftlichen Verwertungsinteressen und profitorientierter Stadtgestaltung dienen, als auch stadtpolitischen Protest und Alternativen sichtbar machen, Anregungen für Vernetzung, stadtpolitisches Engagement und konkrete Unterstützung liefern sowie als Bildungs- und Propagandamaterial verwendet werden.

In diesem Kontext sei nochmal darauf hingewiesen, dass die Karte keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern lediglich das gemeinsam zusammengetragene Wissen der Leute widerspiegelt, die am Kartierungsprozess beteiligt waren.

Fragen, Anmerkungen, Kritik können gerne an info@orangotango.info geschickt werden.

Zusammen mit der Karte wurde 2014 das Wandbild “Berlin not for Sale” an der Manteuffel- Ecke Naunynstraße gestaltet, das einige der kartierten Orte, Prozesse und Kämpfe visualisiert.

‘Schule ohne Schule’ auf dem Sundown Film Fest

Neben filmhistorischen Werken aus der Stummfilmzeit, Filmklassikern von großen Regisseuren wie Ingmar Bergman oder Stanley Kubrick, Kinderfilmen aus Ostafrika oder Spanien, Kurzfilmen aus Kolumbien oder aktuellem musikalisch-experimentellem Kino aus Berlin, wird auf dem diesjährigen Sundown Film Fest auch “Schools of Tomorrow – Schule ohne Schule” projiziert.
Der während des gleichnamigen Projekts entstandene Film dokumentiert ungewöhnliche Begegnungen zwischen Schüler*innen unterschiedlichen Alters und Herkunft und verschiedenen Elementen Tübinger Gesellschaft; kollektive Raumaneignungen, wie die Bemalung des Fahrradtunnels oder ein selbstorganisiertes Straßenfestival; aber auch die Fahrt nach Berlin, wo die Schüler*innen Erfahrungen des Projekts im Haus der Kulturen der Welt HKW vorstellten, in Workshops weitervermittelten und ihre utopischen Entwürfe für die Schulen von morgen teilten.
kollektiv orangotango lädt zur 20minütigen Filmvorführung im Kino Atelier mit anschließendem Get-together mit Tübinger Protagonist*innen des Projekt, Freund*innen, Familien, Straßenbekanntschaften…
Kino ATELIER & Café HAAG | Sonntag, 15. Juli | 14:00 Uhr | Eintritt frei

Von eigenen und anderen Karten

Seit der Veröffentlichung des Handbuchs Kollektives Kritisches Kartieren stellt kollektiv orangotango Material zum selber Kartieren in euren Stadtteilen, Jugendclubs, Uniseminaren, Parkbänken usw. zur Verfügung. Eine Einführung in Kartenkritik und kritisches Karten-machen, ohne anstrengende Lektüre oder lästigem Frontalvortrag, bietet jetzt das Video-Tutorial Von eigenen und anderen Karten – Zeichnungen von Jonathan Wright, gesprochen von Tonio Schneider.

Testlauf für die Schulen von morgen

Am 13. und 14. Juni 2018 fand am Haus der Kulturen der Welt HKW in Berlin ein Testlauf für die Schulen der Zukunft statt. In einem experimentellen Stundenplan erprobten die Teilnehmenden von 21 Schulprojekten, die im Rahmen von Schools of Tomorrow stattgefunden hatten, gemeinsam ihren Beitrag zur utopischen Schule von morgen.

kollektiv orangotango begleitete eine Gruppe junger Menschen aus Tübingen, die dort im Projekt Schule ohne Schule Möglichkeiten von Bildung in Gesellschaft erfroscht und erprobt hatte. Ohne Schulkasten, quantifizierte Leistungsabfrage und hierarchische Lehrer-Schüler-Beziehungen, dafür mit Begegnungen unterschiedlischter gesellschaftlicher Gruppen, gemeinsamer kreativer Betätigung und Austausch durch künstlerische Intervention im öffentlichen Raum.

In der experimentellen Schulstunde Schule ohne Schule leiteten Tübinger Jugendliche die Teilnehmenden aus den anderen Schulprojekten darin an, in Diskussion gemeinsame Meinungen zu formulieren und diese künstlerisch auf Stoffbannern festzuhalten. Die so gestalteten Transparente, angebracht im öffentlichen Raum, verliehen ihrem Beitrag zur Diskussion um die Schulen der Zukunft größte Sichtbarkeit und boten so die Grundlage für konstruktive Diskussionen mit Passant*innen, anderen jüngeren und älteren Mitmenschen.

In der Schulstunde Kiez machen – Schule machen wurden Ergebnisse des Projekts Fare Rione – Fare Scuola verarbeitet, das kollektiv orangotango im Januar 2018 in Neapel, Italien durchgeführt hat. Da die beteiligten Schüler*innen aus Neapel nicht nach Berlin kommen konnten, wurde auch dieser Workshop von Tübinger Schüler*innen geleitet. Anhand persönlicher Erfahrungen aus ihren jeweiligen Stadtteilen, bauten die Teilnehmenden einen utopischen Stadtplan, voller kreativer Lernorte, der, auf den Asphalt gezeichnet, zum begehbaren Spielfeld wurde.

Während wir im HKW in Berlin mögliche Formen emanzipatorischer Bildung diskutieren, sind konkrete Realitäten in denen emanzipatorische Bildung bereits gelebt wird in Gefahr. In Neapel ist das Centro Sociale GRIDAS nach über 30 Jahren Stadtteilpolitik und selbstorganisierter Bildung ‚von unten‘ akut von Räumung bedroht. In Granada soll die selbstverwaltete Mensa der Gómez Moreno-Schule an ein kommerzielles Catering-Unternehmen verkauft werden. Aus Solidarität mit diesen befreundeten Realitäten, diskutierten wir diese Fälle im Workshop am HKW. Daraus entstanden Banner mit den Forderungen „Il GRIDAS non si tocca“ und „No me toques la olla!!!“, die die Schüler*innen bis an die Berliner Mauer trugen.

L’Adolescenza delle Città

Im Projekt L’Adolescenza delle Città erforschen Menschen verschiedenen Alters, mit und ohne Migrationserfahrung, die selbst in unterschiedlichen Stadtteilen leben, Mailänder Peripherien. Die einjährige Aktionsforschung wurde vom Arbeitsbereich Città e Cittadinanza der Fondazione Giangiacomo Feltrinelli initiert. Städtische Peripherien sollen im Projekt als Laboratorien neuer Formen der gemeinschaftlichen Raumproduktion untersucht werden. Als solche lassen sich aus der Analyse urbaner Transformationsprozesse und existierender Alltagspraktiken in Peripherien Forderungen für progressiven Wandel und Visionen für mögliche zukünftigen Städte ableiten.

Am 19. Mai 2018 begleitete kollektiv orangotango einen kollektiven Kartierungsprozess, in dem Teilnehmende des Projekts ihre Stadtteile kartierten. Neben subjektiven Alltagserfahrungen, Sinneswahrnehmungen und Emotionen, wurden dabei auch fehlende Räume und Ideen für mögliche Verbesserungen kartiert. Die entstandene Karte bildet die Grundlage für die nächsten Schritte der Aktionsforschung, in der die Teilnehmenden ins Territorium – in die Stadtteile Via Padova, Adriano, Corvetto und Chiaravalle – gehen werden, um dort Videoethnographien durchzuführen.

Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2018, Frankfurt am Main

Als die Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2008 in Frankfurt stattfand, war kollektiv orangotango dabei. Zum zehnjährigen Jubiläum, das vom 14. bis 17. Juni wiederum in Frankfurt am Main begangen wird, ist kollektiv orangotango an zwei Sessions beteiligt:
In der Diskussion Kritisches Kartieren (Freitag, 14.30 bis 16.30, K1) beteiligen wir uns mit dem Beitrag Die Karte zerreißen – Karten bauen: Kartieren alltagsweltlicher Geographien mit jungen Menschen, in dem wir Erfahrungen aus der Kartierungsprojekten mit jungen Menschen in Berlin, Neapel und Tübingen teilen.
In die Abendveranstaltung Kritische Wissenschaft und soziale Bewegung (Freitag, 20.00 bis 21.30) im Café Exzess wird Severin Halder Erkenntnisse aus der Aktionsforschung im Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld einbringen.
Hier geh’s zum Programm der Forschungswerkstatt.

sOs – Schule OHNE Schule

sOs – Schule OHNE Schule heißt für uns Lernen in Gesellschaft. Das bedeutet das Schulgebäude zu verlassen: Raus aus dem Klassenkasten, auf Straßen, in Parks, auf Plätze. Statt Lehrplan und Autoritätspersonen haben wir uns mit selbstorganisierten Diskussionen, Entscheidungen und Aktionen beschäftigt. Lernen in Gesellschaft bedeutet auch Zusammenarbeit in heterogenen (Lern-)Gruppen. Gemeinsam mit Schüler*innen aus der 5. bis 9. Klasse, der Gemeinschaftsschule West und des Uhland-Gymnasium sind wir im März und April 2018 durch Tübingen gezogen.

Das Projekt sOs bestand aus einer Aktionsforschung in drei Teilen: Der Vorbereitungs-, Forschungs- und Aktionsphase. In der Vorbereitungsphase lernten wir uns untereinander und Möglichkeiten der selbstorganisierten Gesprächsführung kennen. Die Forschungsphase bestand aus Befragungen im öffentlichen Raum, subjektiven Kartierungen zu Lernorten in Tübingen sowie der Auseinandersetzung mit Perspektiven von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen: Wir diskutierten bei Kaffee und Kuchen in einer Senior*innenresidenz, wir unterhielten uns beim Grillen im Asylzentrum, wir hatten ein Plenum in einem autonomen Zentrum und tauschten uns beim Frühstück im Arbeitslosentreff aus. Die gesammelten Erfahrungen nutzten wir für eine Reflexion über Möglichkeiten außerschulischer (Selbst-)Bildung. Diese Erkenntnisse übertrugen wir in der Aktionsphase als Slogans auf Banner sowie in das Wandbild “aus der Reihe tanzen” am Schlossbergtunneleingang, auf der Achse zwischen Gemeinschaftsschule-West und Uhland-Gymnasium. Dort organisierten wir am letzten Projekttag ein Festival im öffentlichen Raum, um Ergebnisse der Projekts zu teilen, mit Passant*innen ins Gespräch zu kommen und die Klassen der beteiligten Schulen zu befreien.