Author Archives: web-orango

Kiez machen, Schule machen

Im Rahmen von ‘Schools of Tomorrow’ fördert das HKW – Haus der Kulturen der Welt – Kunstprojekte, in denen junge Menschen mögliche “Schulen von morgen” entwerfen und Schule dabei auch als Labor zukünftiger Gesellschaft experimentieren. In diesem Rahmen führt kollektiv orangotango im Januar-Februar 2018 ein dreiwöchiges Kunstprojekt mit Schüler*innen im Neapolitanischen Stadtteil Barra durch.

Was ist Schule ohne sozialen Kontext, den die Schüler*innen alltäglich in die Schule einbringen? Wie kann sich Schule in diesen lokalen Kontext einbringen?

In Barra, in der Peripherie Neapels, sind junge Menschen in ein vitales soziales Netzwerk eingebunden. Reich an Wissen, das sich im Lehrplan kaum wiederfindet. Mit Methoden der situated pedagogy werden wir lokale Ressourcen – kulturelle, sprachliche und alltagspraktische – erkunden, Akteure in Schule einladen und die Schule gemeinsam zu einem Ort des sozialen Lebens zu machen. Schule als Ort der Interaktion, des Austauschs vielfältiger Wissensformen in der lokalen learning community.

Kartierungen von wissenden Subjekten und interaktiven Lernerfahrungen verleihen lokalen
Ressourcen Sichtbarkeit und machen diese abrufbar. Repräsentation von Wissen mittels vielfältiger künstlerischer Techniken, bildet die formelle Entsprechung der inhaltlichen Vielfalt jenseits einfallslos-orthodoxer Wissensvermittlung.

Die Schule von morgen bringt den Kiez in die Schule und die Schule in den Kiez – „Fare Rione, Fare Scuola.“

Schools of Tomorrow – Schule ohne Schule

Im Rahmen von ‘Schools of Tomorrow’ fördert das HKW – Haus der Kulturen der Welt – Kunstprojekte, in denen junge Menschen mögliche “Schulen von morgen” entwerfen und Schule dabei auch als Labor zukünftiger Gesellschaft experimentieren. In diesem Rahmen führt kollektiv orangotango im April 2018 ein einwöchiges Kunstprojekt mit Schüler*innen in Tübingen durch.

Gemeinsam mit einer gemischten Gruppe von Schüler*Innen des Uhland-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule-West soll erarbeitet, erforscht und ausprobiert werden, was, wie, wann, wo und warum außerhalb der Schule gelernt wird. Auf der geographischen Achse, die die beiden Schulen verbindet, werden wir gemeinsam einen Raum eröffnen, in dem wir Schule und Lernen aufgrund unserer eigenen Erfahrungen hinterfragen und neu denken.
Ferner wird über Begegnungen mit Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Hintergründe der Zusammenhang zwischen Leben und Lernen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Als Zugang werden kreative Methoden und künstlerische Strategien genutzt. Ausgehend von den Überlegungen und praktischen Erfahrungen sollen so gemeinsam neue Lernkonzepte entworfen und erprobt werden, die eine ‘Schule ohne Schule’ ermöglichen.

Cartografia critica: verso una nuova costruzione sociale dello spazio

Für das italienische WOTS Magazine haben wir einen Artikel über kritische Kartographie geschrieben, der einige Gedanken zu Kartenkritik und dem Potential kritischer kollektiver Kartierungen zusammenfasst. Illustriert ist der Artikel mit Fotos von Carsten Heisterkamp, die während eines Kartierungsworkshops im Düsseldorfer Gemeinschaftsgarten düsselgrün entstanden sind.
In Kollaboration mit WOTS ist auch die italienische Fassung des Handbuch Kollektives Kritisches Kartieren entstanden: Manuale di Cartografia Collettiva Critica.

Kollektive Stadtaneignung in Düsseldorf-Oberbilk

 

Am 22. Juli führen wir mit dem offenen Gemeinschaftsgarten düsselgrün und dem Verein zur Förderung einer sozial-ökologischen Nachbarschaft Niemandsland e.V. einen Workshop zur kollektiven Stadtaneignung im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk durch. Im kollektiven Kartierungsprozess werden sich lokal aktive Akteure über Realität und Möglichkeiten gemeinschaftlich genutzter Räume im Stadteil austauschen.

Decolonize Geopolitics! – No G20! – Fora Temer

Die G20‐Veranstaltung in Hamburg (7.07.‐ 8.07.2017) wurde im Vorfeld und auch während des Gipfels von vielerlei widerständigen und kreativen Protestformen begleitet. Einige davon wurden und werden (!) öffentlichkeitswirksam diskutiert und pauschalisierend delegitimiert, andere Protestaktionen wurden schon vor Beginn des Gipfels sanktioniert bzw. verhindert. Eine davon ist die Transpi‐Aktion am Hamburger Universitätsgebäude „Geomatikum“, das sich in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort der G20 befindet. Die Aktion ist der Notwendigkeit von Wissenschaft geschuldet, sich aktiv zu positionieren und ein großes und sichtbares Nein! der Geopolitik der G20 Staaten entgegenzuhalten. Das Transpi hing nur wenige Stunden in der Nacht und zeigt, wie versucht wurde kreative Formen des Protestes und freie Meinungsäußerungen während der G20‐Tage nicht nur von Seiten der Stadtpolitik, sondern auch von offizieller Seite der Universität Hamburg nicht sichtbar werden zu lassen.

Ein unserer Meinung nach guter Rückblick auf die Geschehnisse in Hamburg letztes Wochenende findet sich in einer ersten Bilanz der Interventionistischen Linken.

Manuale di Cartografia Collettiva Critica

Nach Übersetzungen ins Weißrussische und Französische gibt es das Handbuch Kollektives Kritisches Kartieren jetzt auch auf Italienisch: Manuale di Cartografia Critica Colletiva. Möglich wurde diese Übersetzung durch die Zusammenarbeit mit dem WOTS Magazin und Eleonora Guadagno von der Universität “L’Orientale” in Neapel.

Epplehaus Tübingen neu bemalt

Das selbstverwaltete Jugendzentrum Epplehaus Tübingen bietet, seit der Besetzung nach einem Ton Steine Scherben-Konzert 1972 Raum für Jugendkultur, Debatten und Selbstorganisation. 2007 war kollektiv orangotango an der großflächigen Bemalung der Frontfassade des Epplehaus beteiligt. Nach zehn Jahren war es Zeit für eine neue Gestaltung, an der wir uns wieder in Planung und Durchführung beteiligten. Dieses mal wurde auch die Seitenwand in voller Höhe bemalt.

Um alle Details, Figuren und Messages dieser Bemalung zu entdecken, muss mensch einmal in Tübingen vorbeikommen!

Ankommen !

Im Projekt Neue Expert*innen erhebt das Haus der Kulturen der Welt – HKW den Anspruch Schüler*innen der Staatlichen Europaschulen Berlins den Status von Expert*innen in Fragen Migrations- und Ankommensgesellschaft zuzuerkennen. In unserer Kooperation mit dem HKW war es uns wichtig Ankommen nicht als ein Problem zu verstehen, dass nur im Zusammenhang aktueller Vertreibungen und Fluchtbewegungen relevant wird. Stattdessen stellt es einen Grundbestandteil aller Gesellschaften dar, der auf verschiedensten Maßstabsebenen stattfindet und das physisch-räumliche ebenso einschließt wie das soziale oder psychologische Ankommen.

So beschäftigten wir uns eine Woche lang gemeinsam mit Expert*innen von der Robert-Jungk-Oberschule damit, was Ankommen in Berlin bedeutet. Aufbauend auf persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden diskutierten wir Schwierigkeiten und Erfolge des Ankommens. Auf Exkursionen kamen wir mit weiteren spezifischen Ankommenserfahrungen in Kontakt. Jugendliche des Jugendtheaterbüros Berlin in Moabit und Dieter von querstadtein in Charlottenburg brachten uns weitere Probleme, Strategien und Utopien des Ankommens näher.

In lebhafter Diskussion und kunterbunten Malsessions entstand aus diesen Ankommenserfahrungen ein Wimmelbild voller Geschichten, Träume und Forderungen sowie das Wandbild ‚Ankommen city‘. Die Essenz aus der einwöchigen künstlerisch-aktionsforschenden Beschäftigung mit dem Thema ist außerdem auf einer Wand der Robert-Jungk-Oberschule in Form von vielfarbig und mehrsprachig gesprühten Parolen zusammengefasst: „Freundschaft, Respekt, Verständigung, Liebe, Wohnort, Protest“!

Wir möchten uns sehr bei den Expert*Innen für dieses Projekt bedanken, ohne euch hätte es nur halb so viel Spaß gemacht. Eure Geduld mit uns ist bewundernswert.

Aktionswoche “Gedenken und Widerstand” – Filme gegen das Vergessen

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Im Anschluss an die Gedenkdemonstration für die Opfer des NSU heute (13 Uhr // Karl-Marx/Ecke Werbellinstr, Nähe U Rathaus Neukölln)  schließt die Aktionswoche “Gedenken und Widerstand” – 5 Jahre nach dem Auffliegen des NSU – mit Filmen gegen das Vergessen im Movimiento Kino ab 17.00h. Unter anderem wird die Dokumentation “Les coups de leurs privilèges” (2016, 50 min, Frz mit deutschen UT) in Anwesenheit der Regisseurin Sabrina Chebbi gezeigt, die sich mit der Selbstorganisierung von Betroffenen rassistischer Polizeigewalt in Frankreich beschäftigt und an deren Übersetzung für die Untertitel wir mitgearbeitet haben. Los geht’s ab 18.00h. Das ganze Programm und mehr Informationen findet Ihr hier.

Manuel de Cartographie Collective et Critique en français

Dank der riesigen Hilfe von Marie haben wir das Handbuch Kollektives Kritisches Kartieren auf Französisch übersetzt:

Depuis leur invention, les cartes représentent la traduction graphique de rapports de domination. Elles ont en effet été mises au service des dirigeants pour qui elles tenaient lieu d’outil de contrôle et d’expansion de leurs sphères d’influence. Aujourd´hui,  les  cartes  sont  accessibles  à  une  grande  partie  de  manuel-de-cartographie-collective-et-critiquela population  sous  des  formes  variées  et  parfois  même  gratuitement sur  internet. Cependant, elles demeurent le reflet de discours, d’idéologies et de perceptions subjectives. Des approches critiques de la cartographie émergent dans le contexte des nouveaux mouvements sociaux en Amérique Latine. La « cartographie résistante » sert de support à l’éducation politique et aux processus décisionnels ainsi que d’outil pour la pratique politique, comme en Argentine sous le nom de « mapeo colectivo » [1] ou au Brésil  sous celui de « cartografia social » [2]. Elle offre un grand potentiel pour analyser les disparités sociales, soutenir les acteurs militants et renforcer les coopérations et les processus de mise en réseau. La traduction du manuel « Kollektives Kritisches Kartieren » en français vise à permettre la diffusion dans des contextes francophones d’une méthode horizontale, créative et collective de la cartographie critique.

[1] www.iconoclasistas.com.ar // [2] http://www.novacartografiasocial.com