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Cartografia critica: verso una nuova costruzione sociale dello spazio

Für das italienische WOTS Magazine haben wir einen Artikel über kritische Kartographie geschrieben, der einige Gedanken zu Kartenkritik und dem Potential kritischer kollektiver Kartierungen zusammenfasst. Illustriert ist der Artikel mit Fotos von Carsten Heisterkamp, die während eines Kartierungsworkshops im Düsseldorfer Gemeinschaftsgarten düsselgrün entstanden sind.
In Kollaboration mit WOTS ist auch die italienische Fassung des Handbuch Kollektives Kritisches Kartieren entstanden: Manuale di Cartografia Collettiva Critica.

20 Jahre in Bewegung mit Paulo Freire

Anlässlich der Tagung zum 20-jährigen Bestehen des Paulo Freire Instituts Berlin (PFI) kommen verschiedneste lateinamerikanische Aktivist_innen nach Berlin. Sie alle orientieren sich seit Jahren an den Ideen und dem Ansatz des brasilianischen Befreiungspädagogen Paulo Freire. Im Rahmen der Tagung tauschen sie sich über ihre Erfahrungen bzgl. ihrer Friedens-, Umwelt- und Widerstandsarbeit in ihren Schulen bzw. sozialen Bewegungen aus. Stellvertretend für die Gruppe berichten an diesem Abend folgende Aktivist_innen von ihren Erfahrungen:

* Mariana Schmidt Quintero aus Cali, Kolumbien, führt ein Dialogprojekt mit demobilisierten ehemaligen Guerilleros und Kriegsopfern durch: Thema zivile Konfliktbearbeitung
* Miyela Riascos Riascos aus Buenventura, Kolumbien, arbeitet mit Afro-Frauen zum Thema Gesundheit/Naturheilkunde/Heilpflanzen. Sie war Sprecherin eines „paro cívico“ (gewaltfreier Generalstreik)
* Maura Villagrez aus Guatemala ist an einer zweisprachigen Lehrerausbildungs-Institution tätig.

Datum: 19.10.2017
Zeit: 19:00-20:30
Ort: Lateinamerika-Forum Berlin, Bismarckstr. 101, 10625 Berlin

Auch das kollektiv orangotango bezieht sich im Rahmen einer emanzipatorischen Bildungsarbeit u.a. auf die Theorie und Praxis des brasilianischen Pädagogen und seine „educação popular“. In diesem Sinne freuen wir uns auf einen spannenden Abend. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

Frida Kahlo meets Skateboardfahrer: Moderner Muralismus in Halle-Neustadt

“Mausgraue Plattenbauten, Leerstand – seit der Wende hat Halle-Neustadt dramatisch an Einwohnern verloren. Jetzt will sich das Viertel neu erfinden. Mit Kunst und Bürgerbeteiligung…”

“Die Tradition Wände als Oberfläche zu nutzen, um zu kommunizieren und gesellschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln, die ist nach wie vor komplett richtig. Dass damals Propaganda damit gemacht wurde, da brauchen wir nicht drum herum reden und es ist letztlich auch eine Geschmacksfrage, ob einem diese sozialistischen Gestaltungsarten gefallen. Der Grundgedanke aber, die Stadt als Kommunikationsort zu nutzen und Wände natürlich als die offensichtlichsten Flächen zu sehen, die da größte Potenzial haben, weil man sich denen nicht verweigern kann.”

Spannende Entwicklung in Halle-Neustadt! Den gesamten Beitrag gibt´s hier zum Nachhören.

“Postpostfaktisches” Urban Hacking



Flüchtlinge überschwemmen Deutschland? Der Klimawandel existiert nicht? Frauen verdienen so viel wie Männer?
Populistische Parteien und insbesondere die AfD bedienen sich für die Meinungsmache und den Stimmenfang immer wieder falscher Behauptungen und „alternativer Fakten“. Studierende der Hochschule Mannheim haben für einen Tag den öffentlichen Raum ihrer Stadt übernommen und sich in Urban-Hacking-Installationen mit falschen Behauptungen im Dienste populistischer Meinungsmache beschäftigt.”
Quelle: urbanshit.de

“CITY OF OZ” – Eine Graffiti-Legende kollektiv kartieren

In Hamburg wurde zuletzt ein ehrgeiziges Kartierungsprojekt gestartet, um die Kunst des vor drei Jahren verstorbenen Sprühers OZ kollektiv fotografisch zu archivieren. Wir sind gespannt, was daraus wird und drücken die Daumen! Hier der Ankündigungstext:

“»OZ hat uns die Stadt vererbt«: Das stand auf einem Banner bei der Beerdigung von Walter Fischer. Am 25.9.2017 ist Walter seit drei Jahren tot, aber unvergessen und immer noch unübersehbar, immer noch all city. Um seiner zu erinnern, zu gedenken und um die Diskussion um die Freiheit von unkommerzieller Kunst im öffentlichen Raum voranzutreiben, haben wir die Website www.city-of-oz.hamburg ins Leben gerufen.

Das Verschwinden gehört zur urbanen Kunst dazu, und OZ hat vom Internet nicht viel gehalten, das wissen wir. Dennoch möchten wir gerne sein einzigartiges Werk weiterleben lassen, das Ausmaß seines Schaffens zeigen und langfristig auch dessen Verfall dokumentieren – als Archiv, Wegweiser und Ansporn für künftige Generationen. CITY OF OZ wird mehr sein als eine virtuelle Werkschau; mehr als ein Museum, viel mehr: ein Blick ins heute, gestern und vorgestern. Und da wir uns bewusst sind, dass Farbe verblasst und von anderer Farbe überlagert wird, ist CITY OF OZ auch ein den Verfall dokumentierendes, fließendes Projekt.

Mitmachen?!
Trage zu CITY OF OZ bei, mach’ Fotos von OZ’ Pieces, Schriftzügen, Kringeln, von seinen Wandbildern, Smileys und Parolen und lade Sie unter map.city-of-oz.hamburg in die Karte und ins Fotoarchiv hoch. Dann erschaffen wir gemeinsam eine Schatzkarte der CITY OF OZ, einen Ort der Erinnerung an das Wirken von Walter Fischer in dieser Stadt, an seinen Kampf mit dieser Stadt.

Woher stammt die Idee, und wer steckt dahinter?
Wir sind ein Zusammenschluss von Leuten aus dem Hamburger Gängeviertel und dem Graffitiarchiv/Archiv der Jugendkulturen e.V.. Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Werk von OZ und haben ihn unter anderem vor Gericht unterstützt, einige von uns haben an einem Buch über Walter Fischer mitgewirkt. Nach seinem Tod wollen wir die Erinnerung an ihn lebendig halten. Das Projekt ist nicht kommerziell und wir arbeiten ehrenamtlich daran. Spenden für Server und Domain sind daher gerne gesehen. Fragen, Kritik, Anregungen gerne an info@city-of-oz.hamburg!”

Out now: “Metrozones Schoolbok für städtisches Handeln”



Das Metrozones Schoolbook ist draußen! Es ist aus einem Experiment hervorgegangen: Zwei Jahre haben sich städtische Akteur*innen und Stadtinteressierte in Berlin und Hamburg zur »metroZones-Schule für städtisches Handeln« getroffen, um Begriffe und Werkzeuge zur Erkundung urbaner Verhältnisse zu erproben.

Wie urban ist Mehrsprachigkeit? Wer übersetzt wen und warum und in welche Sprache? Wie wird der Diskurs zur Intervention? Was ist politisch am Algorithmus? Was heißt städtisches Lernen und wie können die Erfahrungen verschiedener Stadtbewohner*innen miteinander in Kontakt treten?

Ein Handbuch mit Anregungen zur digitalen und urbanen Kommunikation, zum Zeichnen von Sound, zum Bildermachen mit und ohne Kameras, zur Vermessung des Raums – und zum gemeinsamen Nachdenken über städtisches Handeln.

Mit allerlei Illustrationen und Graphic Recordings, u.a. von uns.
https://schoolbook.metrozones.info/

Kiezkämpfe und Protestkunst in Kreuzberg – Ein Spaziergang zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand mit Blick auf politische Wandmalereien

Kreuzberg ist seit Jahren Austragungsort unterschiedlichster gesellschaftlicher Konflikte und Kämpfe und steht exemplarisch für die gegenwärtigen Konflikte um Aufwertung und Verdrängung in Berlin. Künstlerische Interventionen im urbanen Raum waren und sind dabei oftmals Ausdruck sowie beliebtes Mittel der Kommunikation von Protest, um politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen und Stadtraum anzueignen und mitzugestalten. Bis heute sind diese künstlerischen und politischen Aneignungen von Gebäudefassaden zentraler Bestandteil des Erscheinungsbildes des Bezirks und tragen nicht zu Letzt auch zu dessen hippem, kreativem Image bei, welches gerne im Zuge von unternehmerischen Stadtpolitikstrategien vermarktet wird.

Dieser Kiezspaziergang führt zurück in die Anfangszeiten von künstlerischen urbanen Aktivismus im öffentlichen Raum in Kreuzberg und thematisiert dabei vergangene und aktuelle Konflikte im Bezirk. Dabei gehen wir auf die Suche nach alten Hausbesetzer_innen-Graffiti, Wandbildern aus den wilden Neunzigerjahren und Graffiti- und Streetart-Pieces, die im Kontext aktueller Kämpfe entstanden sind.

Treffpunkt: Naunynstraße / Manteuffelstraße (nahe U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)
Datum: 30.09.2017
Zeit: 13:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden

Der Kiezspaziergang findet auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Stadtexkursionen der kritischen Geographie Berlin in Kooperation mit den Naturfreunden Berlin statt. Mehr Infos zu den anderen Touren gibt’s hier.

Kollektive Stadtaneignung in Düsseldorf-Oberbilk

 

Am 22. Juli führen wir mit dem offenen Gemeinschaftsgarten düsselgrün und dem Verein zur Förderung einer sozial-ökologischen Nachbarschaft Niemandsland e.V. einen Workshop zur kollektiven Stadtaneignung im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk durch. Im kollektiven Kartierungsprozess werden sich lokal aktive Akteure über Realität und Möglichkeiten gemeinschaftlich genutzter Räume im Stadteil austauschen.

“Städte sind aus Konflikten gemacht, wenn dem nicht so wäre, wären es keine Städte!”


Für das WOTS-Magazin, haben wir mit Giuseppe Aricò vom L’Observatori d’Antropologia del Conflicte Urbà in Barcelona gesprochen. Über das von ihm mitherausgegebene Buch ‘Barrios corsarios – Memoria histórica, luchas urbanas y cambio social en los márgenes de la ciudad neoliberal’; über repressive Politik und widerständige Alltagspraxen in der neoliberalen Stadt; und darüber, wie städtische Peripherien mit Pier Paolo Pasolini als Barrios Corsarios – Freibeuterviertel – gelesen werden können, in denen sich antikapitalistische Alternativen im scheinbar Alltäglichen, Unpolitischen auftuen.
Lest hier das Interview (auf italienisch).

Decolonize Geopolitics! – No G20! – Fora Temer

Die G20‐Veranstaltung in Hamburg (7.07.‐ 8.07.2017) wurde im Vorfeld und auch während des Gipfels von vielerlei widerständigen und kreativen Protestformen begleitet. Einige davon wurden und werden (!) öffentlichkeitswirksam diskutiert und pauschalisierend delegitimiert, andere Protestaktionen wurden schon vor Beginn des Gipfels sanktioniert bzw. verhindert. Eine davon ist die Transpi‐Aktion am Hamburger Universitätsgebäude „Geomatikum“, das sich in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort der G20 befindet. Die Aktion ist der Notwendigkeit von Wissenschaft geschuldet, sich aktiv zu positionieren und ein großes und sichtbares Nein! der Geopolitik der G20 Staaten entgegenzuhalten. Das Transpi hing nur wenige Stunden in der Nacht und zeigt, wie versucht wurde kreative Formen des Protestes und freie Meinungsäußerungen während der G20‐Tage nicht nur von Seiten der Stadtpolitik, sondern auch von offizieller Seite der Universität Hamburg nicht sichtbar werden zu lassen.

Ein unserer Meinung nach guter Rückblick auf die Geschehnisse in Hamburg letztes Wochenende findet sich in einer ersten Bilanz der Interventionistischen Linken.