Italiano italienisch
Português brasil

Politische Kunst-Interventionen im öffentlichen Raum

ngopp o mur_vorstreichen_400breitKünstlerische Interventionen im öffentlichen Raum bieten ein großes Potenzial gesell- schaftliche Schieflagen aufzuzeigen und eine kritische Auseinandersetzung damit anzuregen. Doch viel zu oft haben Eigentümer_innen von Fassaden und öffentlichen Flächen sowie Werbeunternehmen die Gestaltungs- hoheit über das Gesicht unserer Städte. Die tatsächlichen Nutzer_innen der Straßen und Plätze sind die Menschen, die diese täglich passieren oder in der Nachbarschaft wohnen, doch haben sie nur selten Mitspracherecht an der Gestaltung ihrer Umwelt.

kiezwandbild_skizze-steiger_400breitBei unseren partizipativen Kunstprojekten verfolgen wir den Anspruch, die Anwohner_innen der zu gestaltenden Orte sowohl in die Konzeption des Motivs als auch die Bemalung selbst so früh und intensiv wie möglich zu involvieren. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Austausch über sowie die Sensibilisierung für gesellschaftliche Missstände. Meist geht es nicht nur um die dekorative Funktion der Murals für die jeweilige Nachbarschaft, sondern um gemeinschaftliche kulturelle Bildungsprozesse und das Vermitteln gesellschaftskritischer Denk- und Handlungsweisen. Mal visualisieren die Wandbilder die Kämpfe derer, die sich gegen die kapitalistische Verwertung der Stadt auflehnen, andermal sprechen sie marginalisierten Bevölkerungsgruppen Mut zu und eröffnen – zumindest symbolisch – Horizonte.

ngopp_am-tisch_400breit

In Muralismo- und Graffiti-Workshops regen wir zur kreativen und reflektierten Gestaltung der eigenen Lebenswelt an. Die Teilnehmer_innen entdecken dabei nicht nur Wege zu künstlerischen Ausdrucksformen, sondern entwickeln auch ein Bewusstsein für die Bedeutung sozialer Einmischung und kultureller Teilhabe im öffentlichen Raum. Als Beitrag zu einem differenzierten Umgang mit Graffiti und Streetart organisieren wir auch Vorträge rund um das Thema. Diese werden auf Interessensschwerpunkte, Vorwissen und Alter der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten.

Hier stellen wir exemplarisch einige unserer Gestaltungsprojekte aus den letzten Jahren vor:

wandbild ggü kogge_prozess_web-285x150“Lampedusa in Hamburg”-Patchwork (Hamburg, 2015)
In diesem Mural finden allerlei Motive zu einem bunten Patchwork zusammen, natürlich nicht ohne klare Forderungen: “Arbeitserlaubnis für alle” und “Lampedusa in Hamburg – here to stay!” Ein Gemeinschaftsprojekt mit Lampedusa in HH, St. Pauli selber machen!, Reclaim Your City.

vimeo titel fom Freedom of Movement (Hamburg St. Pauli, 2015).
Ein Gemeinschaftsprojekt mit Lampedusa in HH, St. Pauli selber machen!, Reclaim Your City. Die Parole knüpft nicht nur an die traditionsreichen Hafenstraße-Bemalungen an, sondern fordert vor der Welthafenkulisse, dass Bewegungsfreiheit zuerst für Menschen, dann für Waren gelten muss. >>> zum Video

M39 ausschnitt wandbilder-menue Berlin NOT for sale (Berlin-Kreuzberg).
Ein Fassadenbild zu Aufwertung, Verdrängung und allerlei Widerständigkeiten in Kreuzberg… Danke an Pappsatt und Reclaim Your City für die gute Zusammenarbeit!

freedom not frontex_web-klein_285x150“FREEDOM NOT FRONTEX” (Fusion Festival, 2013)
Zusammen mit Reclaim Your City haben wir auf der Fusion 2014 ein Soli-Wandbild für den Refugee Protest March gemalt.

 

 

IMG_1052_bearbeitet_webausschnitt Il Cardillo (Scampia, Neapel)
Im August 2009 malten wir das Wandbild “Il Cardillo” (italienisch für “der Distelfink”) über mehrere Stockwerke des Sozialwohnungsprojekts le vele in Neapel.

IMG_1324_zugeschnitten_web ‘N gopp ‘o mur’ (Scampia, Neapel)
Im Verlauf mehrerer Monate bemalten wir gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher vielfältige Flächen im öffentlichen Raum ihres Viertels.

thumbnailEspacio Zapata (Oaxaca, Mexiko)
Im April 2015 trafen wir das Künstler_innen-Kollektiv ASARO in Oaxaca und bemalten die Außenwand der selbstverwalteten Werkstatt “Espacio Zapata”.

IMG_1324_zugeschnitten_web Il Quarto Piano (Scampia, Neapel)
In diesem, gemeinsam mit chi rom e… chi no durchgeführtem Projekt wurde einer Gruppe neapolitaner und Roma Kinder die Möglichkeit gegeben, sich eine leerstehende Wohnung anzueignen und diese durch Bemalung zum selbstgestalteten Umfeld für das alltägliche Spiel werden zu lassen.

IMG_2340_zugeschnitten É permesso (Scampia, Neapel)
In der Peripherie Neapels lebt eine Roma-Gemeinschaft seit Generationen in Barracken unter einer Stadtautobahn. Dieses Projekt öffnete symbolisch ein Stückchen blauen Himmel über der räumungsbedrohten Siedlung.

thumbnail Menor da Quebrada (São Paulo, Brasilien)
Im Februar bis März 2015 bemalten wir gemeinsam mit Jugendichen aus der Peripherie São Paulos einen Innenhof und diskutierten dabei über das Leben in ihrem Viertel.