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Not-an-Atlas @ FoWe kritische Geographie 2019

Seit Herbst 2008 findet regelmäßig die Forschungswerkstatt Kritische Geographie statt. Sie hat den Anspruch, einen Rahmen für eine explizit kritische Debatte raumbezogener Inhalte und selbstbestimmtes Lernen zu schaffen. Dieses Jahr wird sie vom 14.-16.6. in Berlin stattfinden und verspricht ein  super interessantes Programm, u.a. zu den Themen”Mapping”, “Praxis Macht Wissen”, “Verräumlichung von Digitalisierung”  und “Ton, Steine, Schluff: Kritische Gesellschaftsforschung und der Dualismus Natur-Gesellschaft”. Nachdem wir bereits beim Kongress der Kritischen Geographie 2017 in Tübingen Auszüge des Not-an-Atlas ausstellten, sind wir nun auch wieder in Berlin dabei und zeigen Teile der Sammlung widerständiger Karten aus “This Is Not an Atlas” von Freitag bis Sonntag in den Mehringhöfen der SFE. Samstag Abend ab 19h30 präsentieren wir dort außerdem den Dokumentarfilm “This Is Not an Atlas – A Documentary on Counter-Cartographies”.

Filmvorführung und Diskussion “Olhar Instigado” Jan 2019


Deutschlandpremiere von „Olhar Instigado” (Dokumentation 2017 von Chico Gomes & Felipe Lion) mit anschließender Diskussionsveranstaltung zu Pixação, der einzigartige Graffitibewegung, die ihren Ursprung in São Paulo hat. Dabei thematisiert der Film und die Veranstaltung die soziale Ungleichheit im städtischen Raum, die Kriminalisierung von peripheren Jugendkulturen und Polizeigewalt in São Paulo, den Ursprung, die Bedeutung und die künstlerische Einordnung von Pixação sowie künstlerischen Widerstand im Kontext gegenwärtiger faschistischer Tendenzen in Brasilien.

Eine Kooperationsveranstaltung von Rotzfrech Cinema & Blackstreets: Pixadores Kino Tour 2018, neurotitan und kollektiv orangotango, gefördert durch Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Ort: Kino Central – Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin
Zeit: 05.01.2019 | 18 Uhr

Ort: Retronom – Johannesstraße 17a, 99084 Erfurt
Zeit: 10.01.2019 | 20 Uhr

Habitat Happy – Ausstellung

Vom 15. Dezember 2018 bis 12. Januar 2019 ist im neurotitan in Berlin die Ausstellung Habitat Happy zu sehen, die künstlerische und aktivistische Perspektiven auf menschlichen Wohnraum im Kontext sozialer Segregation, Mieterhöhung, Verdrängung und Entmietung zusammenbringt.
Teil der Ausstellung sind auch unsere companheiros Fabio Vieira und Bruno Rodrigues vom Coletivo Ardepixo aus São Paulo.

Karte Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Kreuzberg 36

Die Karte über Aufwertungs-, Verdrängungs- und Widerstandsprozesse in Kreuzberg 36 wurde aktualisiert und hat dabei auch gleich noch ein neues Format erhalten.

Dabei zeigt sich, dass die Verdrängungs- und Aufwertungsprozesse in den letzten Jahren natürlich weiter vorangetrieben wurden. Jeden Tag werden Menschen in Berlin zwangsgeräumt oder müssen ihre Wohnung verlassen. Mit Kiezversammlungen und Protestaktionen organisiert und wehrt sich aber auch zunehmend eine solidarische Nachbarschaft gegen diese Prozesse. Und erfolgreicher Protest etwa gegen die Verdrängung von Kleingewerbe zeigt, dass sich Widerstand und Vernetzung lohnen.

Die Karte kann sowohl als Instrument für die sozial-räumliche Analyse von immobilienwirtschaftlichen Verwertungsinteressen und profitorientierter Stadtgestaltung dienen, als auch stadtpolitischen Protest und Alternativen sichtbar machen, Anregungen für Vernetzung, stadtpolitisches Engagement und konkrete Unterstützung liefern sowie als Bildungs- und Propagandamaterial verwendet werden.

In diesem Kontext sei nochmal darauf hingewiesen, dass die Karte keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern lediglich das gemeinsam zusammengetragene Wissen der Leute widerspiegelt, die am Kartierungsprozess beteiligt waren.

Fragen, Anmerkungen, Kritik können gerne an info@orangotango.info geschickt werden.

Zusammen mit der Karte wurde 2014 das Wandbild “Berlin not for Sale” an der Manteuffel- Ecke Naunynstraße gestaltet, das einige der kartierten Orte, Prozesse und Kämpfe visualisiert.

Testlauf für die Schulen von morgen

Am 13. und 14. Juni 2018 fand am Haus der Kulturen der Welt HKW in Berlin ein Testlauf für die Schulen der Zukunft statt. In einem experimentellen Stundenplan erprobten die Teilnehmenden von 21 Schulprojekten, die im Rahmen von Schools of Tomorrow stattgefunden hatten, gemeinsam ihren Beitrag zur utopischen Schule von morgen.

kollektiv orangotango begleitete eine Gruppe junger Menschen aus Tübingen, die dort im Projekt Schule ohne Schule Möglichkeiten von Bildung in Gesellschaft erfroscht und erprobt hatte. Ohne Schulkasten, quantifizierte Leistungsabfrage und hierarchische Lehrer-Schüler-Beziehungen, dafür mit Begegnungen unterschiedlischter gesellschaftlicher Gruppen, gemeinsamer kreativer Betätigung und Austausch durch künstlerische Intervention im öffentlichen Raum.

In der experimentellen Schulstunde Schule ohne Schule leiteten Tübinger Jugendliche die Teilnehmenden aus den anderen Schulprojekten darin an, in Diskussion gemeinsame Meinungen zu formulieren und diese künstlerisch auf Stoffbannern festzuhalten. Die so gestalteten Transparente, angebracht im öffentlichen Raum, verliehen ihrem Beitrag zur Diskussion um die Schulen der Zukunft größte Sichtbarkeit und boten so die Grundlage für konstruktive Diskussionen mit Passant*innen, anderen jüngeren und älteren Mitmenschen.

In der Schulstunde Kiez machen – Schule machen wurden Ergebnisse des Projekts Fare Rione – Fare Scuola verarbeitet, das kollektiv orangotango im Januar 2018 in Neapel, Italien durchgeführt hat. Da die beteiligten Schüler*innen aus Neapel nicht nach Berlin kommen konnten, wurde auch dieser Workshop von Tübinger Schüler*innen geleitet. Anhand persönlicher Erfahrungen aus ihren jeweiligen Stadtteilen, bauten die Teilnehmenden einen utopischen Stadtplan, voller kreativer Lernorte, der, auf den Asphalt gezeichnet, zum begehbaren Spielfeld wurde.

Während wir im HKW in Berlin mögliche Formen emanzipatorischer Bildung diskutieren, sind konkrete Realitäten in denen emanzipatorische Bildung bereits gelebt wird in Gefahr. In Neapel ist das Centro Sociale GRIDAS nach über 30 Jahren Stadtteilpolitik und selbstorganisierter Bildung ‚von unten‘ akut von Räumung bedroht. In Granada soll die selbstverwaltete Mensa der Gómez Moreno-Schule an ein kommerzielles Catering-Unternehmen verkauft werden. Aus Solidarität mit diesen befreundeten Realitäten, diskutierten wir diese Fälle im Workshop am HKW. Daraus entstanden Banner mit den Forderungen „Il GRIDAS non si tocca“ und „No me toques la olla!!!“, die die Schüler*innen bis an die Berliner Mauer trugen.

Mietendemo: Widersetzen gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn!

Unter dem Motto „Widersetzen gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ wird am 14. April der Protest mit einer großen stadtpolitischen Demo auf die berliner Straßen gebracht, um gegen die zunehmende Verdrängung von Menschen und Zerstörung von Kiezen in der Stadt zu demonstrieren.

Auch kollektiv orangotango setzt sich für eine solidarische Stadt ein, die sich nach den Bedürfnissen der Bewohner*innen und nicht nach den Profitinteressen der Immobilienwirtschaft orientiert.

Also kommt zahlreich zur Demo und macht ordentlich Krach!

SAMSTAG 14. APRIL UM 14 UHR AM POTSDAMER PLATZ.

In den Tagen davor finden in ganz Berlin stadtpolitische Aktionstage statt.

Für ein Recht auf Stadt für alle!

Schools of Tomorrow – Schule ohne Schule

Im Rahmen von ‘Schools of Tomorrow’ fördert das HKW – Haus der Kulturen der Welt – Kunstprojekte, in denen junge Menschen mögliche “Schulen von morgen” entwerfen und Schule dabei auch als Labor zukünftiger Gesellschaft experimentieren. In diesem Rahmen führt kollektiv orangotango im April 2018 ein einwöchiges Kunstprojekt mit Schüler*innen in Tübingen durch.

Gemeinsam mit einer gemischten Gruppe von Schüler*Innen des Uhland-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule-West soll erarbeitet, erforscht und ausprobiert werden, was, wie, wann, wo und warum außerhalb der Schule gelernt wird. Auf der geographischen Achse, die die beiden Schulen verbindet, werden wir gemeinsam einen Raum eröffnen, in dem wir Schule und Lernen aufgrund unserer eigenen Erfahrungen hinterfragen und neu denken.
Ferner wird über Begegnungen mit Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Hintergründe der Zusammenhang zwischen Leben und Lernen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Als Zugang werden kreative Methoden und künstlerische Strategien genutzt. Ausgehend von den Überlegungen und praktischen Erfahrungen sollen so gemeinsam neue Lernkonzepte entworfen und erprobt werden, die eine ‘Schule ohne Schule’ ermöglichen.

20 Jahre in Bewegung mit Paulo Freire

Anlässlich der Tagung zum 20-jährigen Bestehen des Paulo Freire Instituts Berlin (PFI) kommen verschiedneste lateinamerikanische Aktivist_innen nach Berlin. Sie alle orientieren sich seit Jahren an den Ideen und dem Ansatz des brasilianischen Befreiungspädagogen Paulo Freire. Im Rahmen der Tagung tauschen sie sich über ihre Erfahrungen bzgl. ihrer Friedens-, Umwelt- und Widerstandsarbeit in ihren Schulen bzw. sozialen Bewegungen aus. Stellvertretend für die Gruppe berichten an diesem Abend folgende Aktivist_innen von ihren Erfahrungen:

* Mariana Schmidt Quintero aus Cali, Kolumbien, führt ein Dialogprojekt mit demobilisierten ehemaligen Guerilleros und Kriegsopfern durch: Thema zivile Konfliktbearbeitung
* Miyela Riascos Riascos aus Buenventura, Kolumbien, arbeitet mit Afro-Frauen zum Thema Gesundheit/Naturheilkunde/Heilpflanzen. Sie war Sprecherin eines „paro cívico“ (gewaltfreier Generalstreik)
* Maura Villagrez aus Guatemala ist an einer zweisprachigen Lehrerausbildungs-Institution tätig.

Datum: 19.10.2017
Zeit: 19:00-20:30
Ort: Lateinamerika-Forum Berlin, Bismarckstr. 101, 10625 Berlin

Auch das kollektiv orangotango bezieht sich im Rahmen einer emanzipatorischen Bildungsarbeit u.a. auf die Theorie und Praxis des brasilianischen Pädagogen und seine „educação popular“. In diesem Sinne freuen wir uns auf einen spannenden Abend. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

Kiezkämpfe und Protestkunst in Kreuzberg – Ein Spaziergang zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand mit Blick auf politische Wandmalereien

Kreuzberg ist seit Jahren Austragungsort unterschiedlichster gesellschaftlicher Konflikte und Kämpfe und steht exemplarisch für die gegenwärtigen Konflikte um Aufwertung und Verdrängung in Berlin. Künstlerische Interventionen im urbanen Raum waren und sind dabei oftmals Ausdruck sowie beliebtes Mittel der Kommunikation von Protest, um politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen und Stadtraum anzueignen und mitzugestalten. Bis heute sind diese künstlerischen und politischen Aneignungen von Gebäudefassaden zentraler Bestandteil des Erscheinungsbildes des Bezirks und tragen nicht zu Letzt auch zu dessen hippem, kreativem Image bei, welches gerne im Zuge von unternehmerischen Stadtpolitikstrategien vermarktet wird.

Dieser Kiezspaziergang führt zurück in die Anfangszeiten von künstlerischen urbanen Aktivismus im öffentlichen Raum in Kreuzberg und thematisiert dabei vergangene und aktuelle Konflikte im Bezirk. Dabei gehen wir auf die Suche nach alten Hausbesetzer_innen-Graffiti, Wandbildern aus den wilden Neunzigerjahren und Graffiti- und Streetart-Pieces, die im Kontext aktueller Kämpfe entstanden sind.

Treffpunkt: Naunynstraße / Manteuffelstraße (nahe U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)
Datum: 30.09.2017
Zeit: 13:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden

Der Kiezspaziergang findet auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Stadtexkursionen der kritischen Geographie Berlin in Kooperation mit den Naturfreunden Berlin statt. Mehr Infos zu den anderen Touren gibt’s hier.

PTK-Album „ungerächte Welt“ mit Kreuzberg-Karte

Der Kreuzberger Rapper PTK bringt am 30. Juni sein neues Album „ungerächte Welt“ raus. In der dazugehörigen Box sind neben dem neuen Album und einer Zusatz-DVD auch Infomaterial wie die Broschüre „Deutschland macht dicht” des Bündnisses für bedingungsloses Bleiberecht sowie die aktualisierte Kreuzberg-Karte. Neben neuen Format und der Aktualisierung der Prozesse um Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Kreuzberg wurden auch Orte kartiert, an denen PTK seine ersten Schritte gemacht hat und sich heute gegen Verdrängung und Rassismus engagiert.

Wir sind gespannt aufs neue Album!

Ein großes Danke an dieser Stelle auch an reclaim your city und pappsatt für die große Unterstützung bei der Umsetzung!


Hier gibt’s die Karte auch zum Downlaod:
Kreuzbergkarte_Widerstand_Verdraengung_PTK_2017_web.