Tag Archives: Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im Öffentlichen Raum – Terminal-Festival

Das Terminal Festival in Udine, Italien vereint zeitgenössischen Zirkus, visuelle und performative Künste. Seit 2016 läd es einmal jährlich Künstler*innen und Bewohner*innen ein, sich gemeinsam auf unerwartete Reisen in und durch den städtischen Raum zu begeben. Für drei Tage werden Udines Verkehrsinseln zu Bühnen, öffentliche Verkehrsmittel zu Vehikeln durch Geschichte(n) und die Piazza Venerio zum Austragungsort von Spektakeln und hitzigen Debatten. In Performances und Diskussionen wird das sich gegenseitig befruchtende und potentiell revoluzionäre Verhältnis von Kunst und öffentlichem Raum erforscht.


Auf Einladung der Kooperative Punto Zero beteiligten wir uns an dem öffentlichen Gespräch Geografie dello Spazio Condiviso und diskutierten mit Aktivist*innen, Künstler*innen und Anwohner*innen über kollektive Aneignung öffentlicher Räume.

Filmvorführung und Diskussion “Olhar Instigado” Jan 2019


Deutschlandpremiere von „Olhar Instigado” (Dokumentation 2017 von Chico Gomes & Felipe Lion) mit anschließender Diskussionsveranstaltung zu Pixação, der einzigartige Graffitibewegung, die ihren Ursprung in São Paulo hat. Dabei thematisiert der Film und die Veranstaltung die soziale Ungleichheit im städtischen Raum, die Kriminalisierung von peripheren Jugendkulturen und Polizeigewalt in São Paulo, den Ursprung, die Bedeutung und die künstlerische Einordnung von Pixação sowie künstlerischen Widerstand im Kontext gegenwärtiger faschistischer Tendenzen in Brasilien.

Eine Kooperationsveranstaltung von Rotzfrech Cinema & Blackstreets: Pixadores Kino Tour 2018, neurotitan und kollektiv orangotango, gefördert durch Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Ort: Kino Central – Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin
Zeit: 05.01.2019 | 18 Uhr

Ort: Retronom – Johannesstraße 17a, 99084 Erfurt
Zeit: 10.01.2019 | 20 Uhr

Habitat Happy – Ausstellung

Vom 15. Dezember 2018 bis 12. Januar 2019 ist im neurotitan in Berlin die Ausstellung Habitat Happy zu sehen, die künstlerische und aktivistische Perspektiven auf menschlichen Wohnraum im Kontext sozialer Segregation, Mieterhöhung, Verdrängung und Entmietung zusammenbringt.
Teil der Ausstellung sind auch unsere companheiros Fabio Vieira und Bruno Rodrigues vom Coletivo Ardepixo aus São Paulo.

Pixação Lecture – Basel

Gemeinsam mit dem Kollektiv Ardepixo veranstalten wir am 29. November 2018 eine Pixação Lecture in der Brasilea in Basel. Dabei teilen die Pixadores / Künstler Bruno Rodrigues und Fabio Vieira Pixo-Techniken und Erfahrungen von den aus den Quebradas un den Hochhausfassaden des Zentrums São Paulos. In ihrem Beitrag berichtet die Kriminologin Dr. Paula Larruscahim berichtet über strukturelle Gewalt und die Kriminalisierung urbaner Jugendkultur in Brasilien.

‘Schule ohne Schule’ auf dem Arabischen Filmfestival

Auf dem Arabischen Filmfestival in Tübingen präsentierten wir am 7. Oktober 2018 den, im Rahmen des gleichnamigen Projekt entstandenen Film ‘Schule ohne Schule’.
Gemeinsam mit jungen Menschen, mir denen wir bereits im Rahmen von Schule ohne Schule im öffentlichen Raum interveniert hatten, führten wir im Anschluss an die Kinovorführung eine Kunstaktion in der Tübinger Innenstadt durch. Passant*innen wurden dabei dazu eingeladen, mit Sprühdosen und Schablonen eigenen Text und Symbole auf einer Wand anzubringen. In der Diskussion um anzubringende Inhalte, wurden gemeinsame Anliegen deutlich – etwa die Solidarität mit der Ele Não-Kampagne gegen den extrem rechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro in Brasilien, oder die Forderung vielfältiger Beziehungsformen.

Testlauf für die Schulen von morgen

Am 13. und 14. Juni 2018 fand am Haus der Kulturen der Welt HKW in Berlin ein Testlauf für die Schulen der Zukunft statt. In einem experimentellen Stundenplan erprobten die Teilnehmenden von 21 Schulprojekten, die im Rahmen von Schools of Tomorrow stattgefunden hatten, gemeinsam ihren Beitrag zur utopischen Schule von morgen.

kollektiv orangotango begleitete eine Gruppe junger Menschen aus Tübingen, die dort im Projekt Schule ohne Schule Möglichkeiten von Bildung in Gesellschaft erfroscht und erprobt hatte. Ohne Schulkasten, quantifizierte Leistungsabfrage und hierarchische Lehrer-Schüler-Beziehungen, dafür mit Begegnungen unterschiedlischter gesellschaftlicher Gruppen, gemeinsamer kreativer Betätigung und Austausch durch künstlerische Intervention im öffentlichen Raum.

In der experimentellen Schulstunde Schule ohne Schule leiteten Tübinger Jugendliche die Teilnehmenden aus den anderen Schulprojekten darin an, in Diskussion gemeinsame Meinungen zu formulieren und diese künstlerisch auf Stoffbannern festzuhalten. Die so gestalteten Transparente, angebracht im öffentlichen Raum, verliehen ihrem Beitrag zur Diskussion um die Schulen der Zukunft größte Sichtbarkeit und boten so die Grundlage für konstruktive Diskussionen mit Passant*innen, anderen jüngeren und älteren Mitmenschen.

In der Schulstunde Kiez machen – Schule machen wurden Ergebnisse des Projekts Fare Rione – Fare Scuola verarbeitet, das kollektiv orangotango im Januar 2018 in Neapel, Italien durchgeführt hat. Da die beteiligten Schüler*innen aus Neapel nicht nach Berlin kommen konnten, wurde auch dieser Workshop von Tübinger Schüler*innen geleitet. Anhand persönlicher Erfahrungen aus ihren jeweiligen Stadtteilen, bauten die Teilnehmenden einen utopischen Stadtplan, voller kreativer Lernorte, der, auf den Asphalt gezeichnet, zum begehbaren Spielfeld wurde.

Während wir im HKW in Berlin mögliche Formen emanzipatorischer Bildung diskutieren, sind konkrete Realitäten in denen emanzipatorische Bildung bereits gelebt wird in Gefahr. In Neapel ist das Centro Sociale GRIDAS nach über 30 Jahren Stadtteilpolitik und selbstorganisierter Bildung ‚von unten‘ akut von Räumung bedroht. In Granada soll die selbstverwaltete Mensa der Gómez Moreno-Schule an ein kommerzielles Catering-Unternehmen verkauft werden. Aus Solidarität mit diesen befreundeten Realitäten, diskutierten wir diese Fälle im Workshop am HKW. Daraus entstanden Banner mit den Forderungen „Il GRIDAS non si tocca“ und „No me toques la olla!!!“, die die Schüler*innen bis an die Berliner Mauer trugen.

sOs – Schule OHNE Schule

sOs – Schule OHNE Schule heißt für uns Lernen in Gesellschaft. Das bedeutet das Schulgebäude zu verlassen: Raus aus dem Klassenkasten, auf Straßen, in Parks, auf Plätze. Statt Lehrplan und Autoritätspersonen haben wir uns mit selbstorganisierten Diskussionen, Entscheidungen und Aktionen beschäftigt. Lernen in Gesellschaft bedeutet auch Zusammenarbeit in heterogenen (Lern-)Gruppen. Gemeinsam mit Schüler*innen aus der 5. bis 9. Klasse, der Gemeinschaftsschule West und des Uhland-Gymnasium sind wir im März und April 2018 durch Tübingen gezogen.

Das Projekt sOs bestand aus einer Aktionsforschung in drei Teilen: Der Vorbereitungs-, Forschungs- und Aktionsphase. In der Vorbereitungsphase lernten wir uns untereinander und Möglichkeiten der selbstorganisierten Gesprächsführung kennen. Die Forschungsphase bestand aus Befragungen im öffentlichen Raum, subjektiven Kartierungen zu Lernorten in Tübingen sowie der Auseinandersetzung mit Perspektiven von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen: Wir diskutierten bei Kaffee und Kuchen in einer Senior*innenresidenz, wir unterhielten uns beim Grillen im Asylzentrum, wir hatten ein Plenum in einem autonomen Zentrum und tauschten uns beim Frühstück im Arbeitslosentreff aus. Die gesammelten Erfahrungen nutzten wir für eine Reflexion über Möglichkeiten außerschulischer (Selbst-)Bildung. Diese Erkenntnisse übertrugen wir in der Aktionsphase als Slogans auf Banner sowie in das Wandbild “aus der Reihe tanzen” am Schlossbergtunneleingang, auf der Achse zwischen Gemeinschaftsschule-West und Uhland-Gymnasium. Dort organisierten wir am letzten Projekttag ein Festival im öffentlichen Raum, um Ergebnisse der Projekts zu teilen, mit Passant*innen ins Gespräch zu kommen und die Klassen der beteiligten Schulen zu befreien.

Kiez machen, Schule machen

Im Rahmen von ‘Schools of Tomorrow’ fördert das HKW – Haus der Kulturen der Welt – Kunstprojekte, in denen junge Menschen mögliche “Schulen von morgen” entwerfen und Schule dabei auch als Labor zukünftiger Gesellschaft experimentieren. In diesem Rahmen führt kollektiv orangotango im Januar-Februar 2018 ein dreiwöchiges Kunstprojekt mit Schüler*innen im Neapolitanischen Stadtteil Barra durch.

Was ist Schule ohne sozialen Kontext, den die Schüler*innen alltäglich in die Schule einbringen? Wie kann sich Schule in diesen lokalen Kontext einbringen?

In Barra, in der Peripherie Neapels, sind junge Menschen in ein vitales soziales Netzwerk eingebunden. Reich an Wissen, das sich im Lehrplan kaum wiederfindet. Mit Methoden der situated pedagogy werden wir lokale Ressourcen – kulturelle, sprachliche und alltagspraktische – erkunden, Akteure in Schule einladen und die Schule gemeinsam zu einem Ort des sozialen Lebens zu machen. Schule als Ort der Interaktion, des Austauschs vielfältiger Wissensformen in der lokalen learning community.

Kartierungen von wissenden Subjekten und interaktiven Lernerfahrungen verleihen lokalen
Ressourcen Sichtbarkeit und machen diese abrufbar. Repräsentation von Wissen mittels vielfältiger künstlerischer Techniken, bildet die formelle Entsprechung der inhaltlichen Vielfalt jenseits einfallslos-orthodoxer Wissensvermittlung.

Die Schule von morgen bringt den Kiez in die Schule und die Schule in den Kiez – „Fare Rione, Fare Scuola.“

Schools of Tomorrow – Schule ohne Schule

Im Rahmen von ‘Schools of Tomorrow’ fördert das HKW – Haus der Kulturen der Welt – Kunstprojekte, in denen junge Menschen mögliche “Schulen von morgen” entwerfen und Schule dabei auch als Labor zukünftiger Gesellschaft experimentieren. In diesem Rahmen führt kollektiv orangotango im April 2018 ein einwöchiges Kunstprojekt mit Schüler*innen in Tübingen durch.

Gemeinsam mit einer gemischten Gruppe von Schüler*Innen des Uhland-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule-West soll erarbeitet, erforscht und ausprobiert werden, was, wie, wann, wo und warum außerhalb der Schule gelernt wird. Auf der geographischen Achse, die die beiden Schulen verbindet, werden wir gemeinsam einen Raum eröffnen, in dem wir Schule und Lernen aufgrund unserer eigenen Erfahrungen hinterfragen und neu denken.
Ferner wird über Begegnungen mit Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Hintergründe der Zusammenhang zwischen Leben und Lernen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Als Zugang werden kreative Methoden und künstlerische Strategien genutzt. Ausgehend von den Überlegungen und praktischen Erfahrungen sollen so gemeinsam neue Lernkonzepte entworfen und erprobt werden, die eine ‘Schule ohne Schule’ ermöglichen.

Kiezkämpfe und Protestkunst in Kreuzberg – Ein Spaziergang zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand mit Blick auf politische Wandmalereien

Kreuzberg ist seit Jahren Austragungsort unterschiedlichster gesellschaftlicher Konflikte und Kämpfe und steht exemplarisch für die gegenwärtigen Konflikte um Aufwertung und Verdrängung in Berlin. Künstlerische Interventionen im urbanen Raum waren und sind dabei oftmals Ausdruck sowie beliebtes Mittel der Kommunikation von Protest, um politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen und Stadtraum anzueignen und mitzugestalten. Bis heute sind diese künstlerischen und politischen Aneignungen von Gebäudefassaden zentraler Bestandteil des Erscheinungsbildes des Bezirks und tragen nicht zu Letzt auch zu dessen hippem, kreativem Image bei, welches gerne im Zuge von unternehmerischen Stadtpolitikstrategien vermarktet wird.

Dieser Kiezspaziergang führt zurück in die Anfangszeiten von künstlerischen urbanen Aktivismus im öffentlichen Raum in Kreuzberg und thematisiert dabei vergangene und aktuelle Konflikte im Bezirk. Dabei gehen wir auf die Suche nach alten Hausbesetzer_innen-Graffiti, Wandbildern aus den wilden Neunzigerjahren und Graffiti- und Streetart-Pieces, die im Kontext aktueller Kämpfe entstanden sind.

Treffpunkt: Naunynstraße / Manteuffelstraße (nahe U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)
Datum: 30.09.2017
Zeit: 13:00 Uhr
Dauer: ca. 2,5 Stunden

Der Kiezspaziergang findet auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Stadtexkursionen der kritischen Geographie Berlin in Kooperation mit den Naturfreunden Berlin statt. Mehr Infos zu den anderen Touren gibt’s hier.