sOs – Schule OHNE Schule

sOs – Schule OHNE Schule heißt für uns Lernen in Gesellschaft. Das bedeutet das Schulgebäude zu verlassen: Raus aus dem Klassenkasten, auf Straßen, in Parks, auf Plätze. Statt Lehrplan und Autoritätspersonen haben wir uns mit selbstorganisierten Diskussionen, Entscheidungen und Aktionen beschäftigt. Lernen in Gesellschaft bedeutet auch Zusammenarbeit in heterogenen (Lern-)Gruppen. Gemeinsam mit Schüler*innen aus der 5. bis 9. Klasse, der Gemeinschaftsschule West und des Uhland-Gymnasium sind wir im März und April 2018 durch Tübingen gezogen.

Das Projekt sOs bestand aus einer Aktionsforschung in drei Teilen: Der Vorbereitungs-, Forschungs- und Aktionsphase. In der Vorbereitungsphase lernten wir uns untereinander und Möglichkeiten der selbstorganisierten Gesprächsführung kennen. Die Forschungsphase bestand aus Befragungen im öffentlichen Raum, subjektiven Kartierungen zu Lernorten in Tübingen sowie der Auseinandersetzung mit Perspektiven von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen: Wir diskutierten bei Kaffee und Kuchen in einer Senior*innenresidenz, wir unterhielten uns beim Grillen im Asylzentrum, wir hatten ein Plenum in einem autonomen Zentrum und tauschten uns beim Frühstück im Arbeitslosentreff aus. Die gesammelten Erfahrungen nutzten wir für eine Reflexion über Möglichkeiten außerschulischer (Selbst-)Bildung. Diese Erkenntnisse übertrugen wir in der Aktionsphase als Slogans auf Banner sowie in das Wandbild “aus der Reihe tanzen” am Schlossbergtunneleingang, auf der Achse zwischen Gemeinschaftsschule-West und Uhland-Gymnasium. Dort organisierten wir am letzten Projekttag ein Festival im öffentlichen Raum, um Ergebnisse der Projekts zu teilen, mit Passant*innen ins Gespräch zu kommen und die Klassen der beteiligten Schulen zu befreien.

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