Das kollektiv orangotango entsteht seit 2008 im freundschaftlichen Umfeld kritischer Geograph*innen. Im Mittelpunkt unserer  Aktivitäten stehen kritische Bildungsarbeit, selbstorganisierte Strukturen und konkrete soziale, politische und künstlerische Interventionen, die zur Reflexion und Veränderung der bestehenden Verhältnisse beitragen. Dabei wollen wir Räume schaffen für die Vernetzung und den Austausch zwischen alternativen Alltagspraxen, emanzipatorischen Kämpfen und sozialen Bewegungen. Zentrale Quelle der Inspiration sind unsere Erfahrungen mit Bewegungsarbeit, politisch-kultureller Basisarbeit und alltäglichen Formen des Widerstands in Lateinamerika.

In diesem Sinne knüpfen und pflegen wir freundschaftlich-kooperative Beziehungen untereinander sowie zu anderen widerspenstigen Individuen und Kollektiven. Der Idee der emanzipatorischen Bildung folgend, streben wir eine horizontale, gemeinschaftliche Wissensproduktion an. In der Tradition militanter Untersuchungen und aktivistischer Forschungen bemühen wir uns theoretische Reflexionen und praktische gesellschaftliche Interventionen zu verknüpfen. Dabei möchten wir widerständige Akteure strategisch und kommunikativ unterstützen, um gesellschaftlichen Alternativen und marginalisierten Perspektiven mehr Sichtbarkeit zu verleihen.

Unsere Arbeit stellen wir in den Dienst emanzipatorischer und selbstorganisierter Prozesse in Jugendclubs, Gemeinschaftsgärten, Schulen, autonomen Zentren, auf Parkbänken, in Favelas und kleinbäuerlichen Kommunen, in Stadtteilinitiativen und Hörsälen. Dabei pflegen wir eine kritische Distanz zu hierarchischen, privatwirtschaftlichen und staatlichen Strukturen. Aufbauend auf persönlichen Verbindungen sind wir insbesondere in den Bereichen Recht auf Stadt, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, Commons, (urbane) Landwirtschaft, alternatives Wohnen und solidarische Ökonomie tätig. Die Prozesse und Ergebnisse unserer Arbeit werden inspiriert von Anderen und sollen Anderen als Inspiration dienen. Dabei wollen wir uns nicht nur innerhalb geschlossener linker Subkulturen und Diskurse bewegen, sondern auch offen bleiben für Diversität und Dialog.

P.S. Orangtango ist portugiesisch für Orang-Utan. Von diesen Menschenaffen sagt man auf Java, dass sie “wohl reden könnten, wenn sie nur wollten, es jedoch nicht täten weil sie fürchteten, arbeiten zu müssen.“ (Quelle: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Die Säugetiere. 1900)